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<title>Karl Mark</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Karl Mark</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><div style="height:0; line-height:0; max-height:0; width:100%;"></div>


<p><b>Karl Mark</b> (* <a href="1._August" title="1. August">1. August</a> <a href="1900" title="1900">1900</a> in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>; † <a href="24._Januar" title="24. Januar">24. Jänner</a> <a href="1991" title="1991">1991</a> ebenda) war ein <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">österreichischer</a> <a href="Politiker" title="Politiker">Politiker</a> (<a href="Sozialdemokratische_Partei_%C3%96sterreichs" title="Sozialdemokratische Partei Österreichs">SPÖ</a>). Er war von 1945 bis 1966 Abgeordneter zum <a href="Nationalrat_(%C3%96sterreich)" title="Nationalrat (Österreich)">Nationalrat</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Biografie">Biografie</h2></div>
<p>Karl Mark war in seiner Familie eines von sieben Kindern. Sein Vater, der jüdische Vorfahren hatte, war seit den 1890er Jahren passives Mitglied der Sozialdemokraten. Er arbeitete bei den <a href="K.k._Staatsbahnen" title="K.k. Staatsbahnen">k.k. Staatsbahnen</a> als Ingenieur und brachte es dort bis zu seinem Ausscheiden 1922 zum Generalinspektor. Seine Mutter war Hausfrau und hatte starke musische Interessen und war nebenbei als Schriftstellerin tätig. Sie war auch Schriftführerin beim Vorstand des <a href="Allgemeiner_%C3%96sterreichischer_Frauenverein" title="Allgemeiner Österreichischer Frauenverein">Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins</a>. Die Familie war formell protestantisch ohne besonders religiös zu sein. Karl Mark äußerte sich zum Thema Religion nicht. Die Familie lebte ursprünglich in <a href="Wieden_(Wien)" title="Wieden (Wien)">Wieden</a> im 4. Bezirk, ehe sie sich 1915 in <a href="D%C3%B6bling" title="Döbling">Döbling</a>, damals noch ein stark von der Arbeiterschaft geprägtes Viertel, niederließ.
</p><p>Karl Mark studierte nach dem Besuch des <a href="Akademisches_Gymnasium_(Wien)" title="Akademisches Gymnasium (Wien)">Akademischen Gymnasiums von Wien</a> und des <a href="D%C3%B6blinger_Gymnasium" title="Döblinger Gymnasium">Döblinger Gymnasiums</a> einige Semester <a href="Rechtswissenschaften" class="mw-redirect" title="Rechtswissenschaften">Rechts-</a> und <a href="Staatswissenschaften" title="Staatswissenschaften">Staatswissenschaften</a> an der <a href="Universit%C3%A4t_Wien" title="Universität Wien">Universität Wien</a>. Beruflich betätigte er sich danach als Vertreter, Einkäufer und Disponent einer Papierhandlung.
</p><p>Karl Mark war schon früh politisch interessiert und fand sich auf Seiten der Sozialdemokratie. Besonders beeindruckt wurde er durch die Ermordung des charismatischen Arbeiterführers <a href="Franz_Schuhmeier" title="Franz Schuhmeier">Franz Schuhmeier</a> 1913. Als ein Mitschüler im Gymnasium kommentierte, dass endlich jemand den „roten Hund“ erschossen habe, nannte er sich darauf selbst einen „roten Hund“, ein Begriff, den er Jahrzehnte später für den Titel seiner Autobiographie aufnehmen sollte.
</p><p>Er war von 1921 bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Partei 1934 Bezirkssekretär der Partei in <a href="D%C3%B6bling" title="Döbling">Döbling</a>, was in jener Zeit noch ein stark von der Arbeiterschaft dominiertes Viertel war. Mark war einer der führenden Repräsentanten der „Linken in der SDAP“, dem Parteiflügel rund um den späteren Kommunisten <a href="Ernst_Fischer_(Schriftsteller)" title="Ernst Fischer (Schriftsteller)">Ernst Fischer</a>, mit dem er als Fischer noch bei den Sozialdemokraten war, auch die <i>Jungfront</i>, eine zweite Jugendbewegung der Partei, gründete. Nach dem <a href="Februark%C3%A4mpfe_1934" title="Februarkämpfe 1934">bewaffneten Aufstand</a> sozialdemokratischer und kommunistischer Arbeiter am 12. Februar 1934 war Mark zeitweise in Polizeihaft und im <a href="Anhaltelager" title="Anhaltelager">Anhaltelager</a> <a href="W%C3%B6llersdorf-Steinabr%C3%BCckl" title="Wöllersdorf-Steinabrückl">Wöllersdorf</a> interniert.
</p><p>Am 10. April 1945 meldete er sich nach eigenen Aussagen beim sowjetischen Kommandanten in Döbling, um sich für die Anliegen des Bezirkes einzusetzen. Nachdem er als Referenz die Bekanntschaft zum Kommunisten Ernst Fischer angegeben hatte, wurde Mark vom Armeekommandanten kurzerhand zum <a href="Bezirksvorsteher" title="Bezirksvorsteher">Bezirksvorsteher</a> von Döbling ernannt. Aus zwölf Parteifreunden, sechs Vertretern der Pfarrgemeinden und zwei Liberalen, organisierte er daraufhin eine Bezirksverwaltung. Da zu jenem Zeitpunkt keinerlei öffentliche Institutionen mehr existierten, war er damit befasst, die Grundlagen wie Lebensmittel- und Wasserversorgung, Polizei und dergleichen wiederaufzubauen. Er selbst agierte dabei auch als Richter. Als zeitweise die amerikanischen Besatzer die Regentschaft über Döbling hatten, wurde ihm von diesen befohlen, Teile des <a href="Wienerwald" title="Wienerwald">Wienerwaldes</a> abzuholzen, um Heizmaterial für den aufkommenden Winter zu sichern. Er wusste dies erfolgreich zu sabotieren, worauf der ihm formell überstellte Bürgermeister von Wien <a href="Theodor_K%C3%B6rner_(Bundespr%C3%A4sident)" title="Theodor Körner (Bundespräsident)">Theodor Körner</a> angewiesen wurde, ihn zu entlassen. Der wollte sich ursprünglich weigern, Mark erklärte ihm aber, die Anordnung auszuführen, da er bei den <a href="Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_1945" title="Nationalratswahl in Österreich 1945">ersten Nachkriegswahlen</a> im November eh beste Aussichten auf ein <a href="Nationalrat_(%C3%96sterreich)" title="Nationalrat (Österreich)">Nationalratsmandat</a> hätte und er solle besser nicht seine Position riskieren. Körner wurde 1951 Bundespräsident.
</p><p>Mark blieb aber bis 1970 das Amt des Bezirksparteiobmanns inne. Ab Dezember 1945 vertrat Mark die SPÖ im Nationalrat. Bei den Wahlen 1966 konnte er nicht mehr antreten, da in jener Zeit bei der SPÖ niemand mehr antreten konnte der das 65. Lebensjahr vollendet hatte. Zwischen 1957 und 1966 vertrat er auch Österreich und die SPÖ im <a href="Europarat" title="Europarat">Europarat</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von 1946 bis 1948 war Mark Generalsekretär des <a href="Bund_der_politisch_Verfolgten" title="Bund der politisch Verfolgten">Bundes der politisch Verfolgten</a>.
</p><p>Karl Mark heiratete in den 1940er Jahren Gretl, die Tochter des <a href="%C3%96sterreichische_Kinderfreunde" title="Österreichische Kinderfreunde">Kinderfreunde</a>-Initiators <a href="Anton_Afritsch_(Journalist)" title="Anton Afritsch (Journalist)">Anton Afritsch</a>. Mit ihr hatte er die vorehelichen Töchter Toni und Susi. Die Ehe konnte erst geschlossen werden, nachdem Heiraten von Leuten mit jüdischem Familienhintergrund nicht mehr illegal waren. Susi wurde als Susi Schneider (1943–2009) Journalistin und lebte als Erwachsene jahrzehntelang im Staat New York. Sie war USA-Korrespondentin der <a href="Arbeiter-Zeitung" title="Arbeiter-Zeitung">Arbeiter-Zeitung</a> und nach deren Einstellung ab 1991 der Wiener Tageszeitung <i><a href="Der_Standard" title="Der Standard">Der Standard</a></i> tätig. Sie lebte zuletzt, schwerkrank, bei ihrer Schwester im vom Vater von Karl Mark erworbenen Landhaus der Familie in Ramseiden, einer Ortschaft im salzburgischen <a href="Saalfelden" class="mw-redirect" title="Saalfelden">Saalfelden</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auszeichnungen">Auszeichnungen</h2></div>
<ul><li>1973: <a href="Preis_der_Stadt_Wien_f%C3%BCr_Volksbildung" title="Preis der Stadt Wien für Volksbildung">Preis der Stadt Wien für Volksbildung</a></li>
<li>1975: <a href="%C3%96sterreichisches_Ehrenzeichen_und_%C3%96sterreichisches_Ehrenkreuz_f%C3%BCr_Wissenschaft_und_Kunst" title="Österreichisches Ehrenzeichen und Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst">Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse</a></li>
<li>1987: <a href="Ehrenzeichen_f%C3%BCr_Verdienste_um_das_Land_Wien" title="Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien">Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien</a><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<ul><li>1997 wurde in Wien-Döbling der Gemeindebau „Wohnhausbau im XIX. Bezirk, Oberkirchergasse-Leidesdorfgasse“ in <a href="Karl-Mark-Hof" title="Karl-Mark-Hof">Karl-Mark-Hof</a> umbenannt, und die Durchfahrt durch das Haupttor erhielt den Namen <i>Karl-Mark-Gasse</i>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Karl Mark: <i>75 Jahre roter Hund. Lebenserinnerungen.</i> Böhlau, Wien 1990, ISBN 978-3-205-05317-0.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Karl_Mark?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Karl Mark</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_01080">Karl Mark</a> auf der Website des <a href="%C3%96sterreichisches_Parlament" title="Österreichisches Parlament">österreichischen Parlaments</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://tvthek.orf.at/archive/Nachkriegszeit/13425189/Karl-Mark-Es-gab-ja-nichts/13396694">Karl Mark: „Es gab ja nichts …“</a> Interview von <a href="Hugo_Portisch" title="Hugo Portisch">Hugo Portisch</a> mit Karl Mark auf <a href="%C3%96sterreichischer_Rundfunk" title="Österreichischer Rundfunk">ORF-TVThek</a> (Video, 33 min.), 19. März 1985</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://tvthek.orf.at/history/Monarchie-1-Weltkrieg/13425178/Karl-Mark-Ich-bin-von-heute-ab-ein-Roter-Hund/13705161">Karl Mark: „Ich bin von heute ab ein ‚Roter Hund‘.“</a> auf <a href="%C3%96sterreichischer_Rundfunk" title="Österreichischer Rundfunk">ORF-TVThek</a> (Video, 04:25 Min), 25. Juni 1984</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stubat.at/st06/">Zeitgeschichte-Podcast über Karl Mark</a> (Audio, 01:19:43), Stubat, 17. August 2018</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://pace.coe.int/en/members/667/mark">Mr Karl Mark</a>, <a href="Council_of_Europe" class="mw-redirect" title="Council of Europe">Council of Europe</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.derstandard.at/consent/tcf/1256744214342/1943---2009-susi-schneider"><i>Susi Schneider.</i></a> Standard-Korrespondentin und derStandard.at-Bloggerin verstarb am Donnerstag - Ein Nachruf. In: <i><a href="Der_Standard" title="Der Standard">derstandard.at</a>.</i> 6.&nbsp;November 2009,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2015</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AKarl+Mark&amp;rft.title=Susi+Schneider&amp;rft.description=Susi+Schneider&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.derstandard.at%2Fconsent%2Ftcf%2F1256744214342%2F1943---2009-susi-schneider&amp;rft.date=2009-11-06">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Christoph Prantner: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.derstandard.at/consent/tcf/1256744250924/susi-schneider-1943---2009"><i>Susi Schneider 1943–2009.</i></a> Ungewöhnliches Leben zwischen Österreich und den USA - Standard-Korrespondentin und derStandard.at-Bloggerin verstarb am Donnerstag. In: <i><a href="Der_Standard" title="Der Standard">derstandard.at</a>.</i> 6.&nbsp;November 2009,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2015</span> (auch in der Druckausgabe vom 7./8. November 2009).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AKarl+Mark&amp;rft.title=Susi+Schneider+1943%E2%80%932009&amp;rft.description=Susi+Schneider+1943%E2%80%932009&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.derstandard.at%2Fconsent%2Ftcf%2F1256744250924%2Fsusi-schneider-1943---2009&amp;rft.creator=Christoph+Prantner&amp;rft.date=2009-11-06">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Karl_Mark"><span style="font-style:italic;">Karl Mark</span></a> im <a href="Wien_Geschichte_Wiki" title="Wien Geschichte Wiki">Wien Geschichte Wiki</a> der Stadt <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/118937502">118937502</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n91002270">n91002270</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/305119920/">305119920</a></span> | </div>
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